Montag, 9. April 2018

Syrien – Kriegsbericht vom 9. April 2018: Weiterer Bericht über ´Giftgasanschlag´ führt zu regionaler Eskalation

Von Southfront
Übersetzt von wunderhaft




9. April 2018, Southfront
In Syrien entwickelt sich eine weitere Geschichte über einen Giftgasanschlag, der das Land an den Rand eines neuen regionalen Konflikts gebracht hat.

Am 5. April hat Jaish al-Islam, die Gruppe, welche die letzte von Milizen gehaltene Stadt im Umland von Damaskus. Ost Ghouta, kontrolliert, das zuvor mit der syrisch-iranisch-russischen Allianz vereinbarte Schlichtungsabkommen gebrochen und sich geweigert ihre Truppen aus Douma in die türkisch besetzte nordsyrische Stadt, Jarabula, abzuziehen. Die Evakuierung von Zivilisten sowie Kranken und Verwundeten aus der Region, ist ebenfalls sabotiert worden.

In der Zeit zwischen dem 5. und 6. April hat die Führung von Jaish al-Islam alle Vorschläge zur weiteren Umsetzung der Vereinbarung zurückgewiesen und es abgelehnt an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Laut dem russischen Militär hat die Gruppe sogar drei ihrer eigenen Kommandeure umgebracht, die an den Verhandlungen für eine friedliche Kapitulation beteiligt gewesen sind.

Diese Kommandeure waren "Abu Hamam", der politische Kopf von Jaish al-Islam im Bezirk Douma, "Abu Ali", der Sekretär des Anführers Jaish al-Islam und "Abu Omar", der Finanzverwalter der bewaffneten Gruppe.

Am Abend des 6. April hat die syrische Luftwaffe mit der Bombardierung von befestigten Stellungen, Waffendepots und Hauptquartieren der militanten Gruppe in der Region Douma begonnen.

Am 7. April haben die Syrische Arabische  Armee (SSA, die Tiger-Kräfte und ihre Verbündeten mit einer Bodenoffensive gegen Stellungen der Milizen im Osten, Süden und Südosten von Douma begonnen und sind sogar in die Stadt einmarschiert.

Ein paar Stunden nach dem Beginn der Bodenoperation hat die mit Jaish al-Islam verbundene Nachrichtenagentur, Kumait, die Regierungstruppen beschuldigt einen Giftgasanschlag verübt zu haben. Der den Milizen nahestehende Medienkanal hat erklärt, daß 15 Zivilisten von dem Anschlag mit einem giftigen Gas betroffen waren.

Am 8. April hat hat die Geschichte über den Giftgasanschlag die großen Mainstream Medien erreicht und mit Hilfe der so genannten "Retter und Sanitäter" von Douma, großteils Mitglieder der berüchtigten, den Milizen nahestehenden Propagandaorganisation, die Weißhelme, war die Anzahl der vermeintlichen zivilen Opfer auf 50-70 und die der Verletzten auf 500-700 und sogar bis auf 1000 angestiegen.

Das VS-Außenministerium reagierte auf die Geschichte mit der Aussage, daß, eine "unmittelbare Antwort der Internationalen Gemeinschaft erforderlich sei", wenn sich die Berichte bestätigen und erklärte, daß Rußland "letztlich die Verantwortung für diese brutalen Anschläge trägt."

Der VS-Präsident Donald Trump ignorierte, daß es sich um unbestätigte Meldungen gehandelt hat und beschuldigte sowohl "Präsident Putin, Rußland und den Iran" als auch "das Tier, Assad" für den mutmaßlichen Anschlag.

Die syrische Regierung hat sämtliche Vorwürfe, für den vermeintlichen Vorfall verantwortlich zu sein, zurückgewiesen. Das russische Verteidigungsministerium hat "diese Behauptungen" ebenfalls dementiert und seine Bereitschaft angekündigt ABC-Waffenexperten nach Douma zu entsenden, sobald die Region von den Terroristen befreit ist.

Das russische Verteidigungsministerium hat die Berichte über den Giftgasanschlag als Fälschungen bezeichnet und davor gewarnt, daß jegliche Militäroperation wegen "fabrizierter" Berichte über Giftgasanschläge zu "schwerwiegendsten Konsequenzen" führen könnten.

Währenddessen ist es Jaish al-Islam nicht gelungen den Angriff der SAA zurückzuschlagen und wurde erneut dazu gezwungen ein Rückzugabkommen zu akzeptieren, das nach 48 Stunden in Kraft treten soll. Laut der Vereinbarung werden die Milizen die Stadt in Richtung der von ihnen gehaltenen Gebiete in Nordsyrien verlassen.

Dem zum Trotz bleibt die Lag dennoch angespannt, da jüngste Ereignisse auf internationaler Ebene gezeigt haben, daß der so genannte Westen, allen voran die VS und das VK, nur weniger Hinweise bedarf, um andere an etwas zu beschuldigen und die Vorbereitung kriegerischer Handlungen allein mit kaum bestätigten Vorwürfen rechtfertigt.


Quelle: https://southfront.org/syrian-war-report-april-9-2018-another-chemical-attack-story-triggers-escalation-in-region/


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